Redewendung des Tages #7

Eulen nach Athen tragen

Etwas (mit Aufwand) wohin bringen wo es das im Überfluss gibt (also ein fruchtloses/sinnloses Unterfangen).
Der Hintergrund ist, dass die griechische Göttin Athene, Schutzgöttin, der nach ihr benannten Stadt, Athens war.
Eines ihrer Symbole war die Eule. Die Athener prägten ihr zu Ehren Eulen auf die Rückseite ihrer Münzen. Daher die Folgerung, dass es in Athen wohl genug „Eulen“ gibt.

Ein anderes Beispiel hierfür ist auch: „Wasser in den Rhein bringen.“

Im Französischen gibt es eine viel schönere Umschreibung: „Emporter des femmes à Paris.“ (Frauen nach Paris tragen)

Ich empfehle diesen Kram…

Deine Stimme gegen Revolverheld

Einfach gut; da bedarf es keiner Worte!

Redewendung des Tages #6

Das ist die Gretchenfrage

Unter der „Gretchenfrage“ versteht man „die entscheidende Frage stellen, jedoch mit einer ausweichenden Antwort rechnen“.
Ihren Ursprung hat diese Redewendung in Goethes Faust, wo Gretchen Faust fragt: „Wie hast Du’s mit der Religion?“ – was Faust übrigens ziemlich ausweichend beantwortet, weil ihm Gretchens schlichte, naive Frömmigkeit nicht so recht zusagt…

Ode an Jürgen

rüttgers1
Nein, ich bin kein unpolitischer Mensch, wie auch immer man das definieren möchte. Und da in dem Bundesland mit den meisten Einwohnern (NRW), in dem ich nun einmal lebe, im Mai die Landtagswahlen anstehen, möchte ich euch doch einmal verraten, was wir Gutes haben an unserem Ministerpräsidenten.
Dass die gesamte Medienwelt so auf Herrn Rüttgers herumhackt, kann doch nun wirklich kein Mensch mehr verstehen.
Aber einmal ganz von vorn…


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

sicherlich erhalten sie eher Briefe mit Beschimpfungen und Vorwürfen. Anschuldigungen und Rücktrittsforderungen werden sicherlich auch auf ihrem Tisch landen. Da möchte ich mich nicht einreihen. Nein. Ganz im Gegenteil, möchte ich einmal öffentlich aussprechen dürfen, dass ich ihre unerträglichen Kritiker überhaupt nicht verstehen kann und auch nicht will.

Ich kann ich nur hinter all ihre Äußerungen stellen. Schließlich haben sie die politische „Leiter“ von ganz unten bestiegen. Bereits 1975 zogen sie doch in den Rat der Stadt Pulheim ein. Und als Herr Kohl sie dann 1994 anrief und fragte, ob sie nicht Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie werden wollen (und das nachdem sie erst 7 Jahre im Bundestag saßen)…ja, ich hätte auch nicht „Nein danke, Herr Bundeskanzler“ gesagt.

Der „Zukunftsminister“ waren sie dann; und schon damals hatten sie die gute Idee, die Studiengänge auf Bachelor & Master umzustellen. Damals wussten die einzelnen Bundesländer einfach noch nicht, was gut für sie und ihre Studenten und Universitäten ist, Herr Rüttgers.

Als sie dann Ministerpräsident werden wollten, 2000 war das doch, da hätten wir sie alle gewählt. Ehrlich. Was können sie denn dafür, dass die gesamte CDU plötzlich nur noch log, um sich die Hälse aus den Schlingen zu ziehen. Sie heißen ja schließlich nicht Roland Koch. Nordrhein-Westfalen ist schließlich nicht Hessen.
Na, leider mussten sie sich da geschlagen geben. Es ist nun einmal so, der Bürger (also ihr treuer Wähler) ist meist dumm und vermischt Bundes- mit Landespolitik. Das muss einfach der Grund sein, warum sie nicht Ministerpräsident wurden.
Die Kampagne „Kinder statt Inder“ kann ja nichts damit zu tun haben; dass die blöden roten und grünen und gelben und sonst wie Gefärbten darauf herum trampelten, das habe ich (so wie sie) auch nicht verstanden. Stimmt doch, was sie da sagten. Es ist ja nun wirklich nicht zu vertreten gewesen, dass wir dem armen Indien die ganzen Spezialisten klauen. Gut, und dass die Braunen das so sehen wie sie, na, dafür können sie ja nun nichts. Und dieser ganze Mist, der ihnen vorgeworfen wurde, sie seien nicht richtig vorgegangen, als sie zuständig waren für die Ausbildung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien: „Jo mei! (würde ihr Freund Herr Seehofer von der CSU da sagen) Das passiert schon mal“.

Fünf Jahre, lange Jahre mussten sie noch warten, bis sie endlich unser Präsident wurden. Tja, und da konnte nicht einmal der koksende Friedmann etwas dran ändern. Gott sei Dank kandidierten sie in einem ziemlich katholischen Bundesland. Wir sehen das nämlich auch so: Katholische Kirche rules!!!

Nun sind sie da; endlich angekommen, wo sie hingehören: an der Spitze! Weshalb sollten sie also nicht weiter machen? Warum nicht, frage ich da!

Nur weil die anderen neidisch auf sie sind? Die CDU-Kollegen darauf, dass sie so gute Parolen erfinden können?  Wissen sie, auf den Müller hätte ich auch nicht gehört,, das Saarland gehört ja eigentlich eh Frankreich. Oder die werten Kollegen der „Großen Koalition“, als sie noch einmal verständlich dargelegt haben, warum wir einfach keine Ausländer hier in Deutschland gebrauchen können? Die türkische Regierung? Ha, sie dürfen doch wohl sagen, was sie meinen…vor allem wenn sie das meinen, was die meisten meinen. Oder die anderen da? Die Rumänen. Diese faulen Menschen. Und die Leute von der SPD, die sie -vollkommen zurecht- per Video haben ausspionieren lassen…die Medien verstehen einfach nicht, dass irgendwer es ja tun muss. Wer weiß was die sonst alles anrichten würden auf ihren Wahlkampfveranstaltungen. Ich verstehe das vollkommen, Herr Ministerpräsident. Gut, dass sie eventuell mit dem E.ON-Chef befreundet sind, das hätten sie aber auch besser nicht so publik gemacht…da kann die sehr sinnvolle Gesetzesänderung, die endlich den Klimaschutzparagrafen streicht und E.ON etwas hilft ganz tollen Strom zu liefern, schon einmal etwas falsch dargestellt werden.

Dass sie nun auch noch käuflich sein sollen…hmm, ein guter Rat von mir, Herr Rüttgers, verbuchen sie das einfach unter Idiotie. Der anderen selbstverständlich.
Warum denken denn alle, dass sie selbstverständlich darüber hätten informiert sein müssen, wo es doch erst seit ein paar Jahren Praxis ist. Sie sind doch sicherlich auch ohne Bezahlung gerne zu den Unterstützern ihrer Parteitage gegangen, um mal einen kleinen Plausch zu halten, oder?

So, das war es erst einmal, lieber Herr Ministerpräsident. Wollen wir hoffen, das ihnen Herr Koschnicke die Geier vom Leibe halten kann. Nur noch wenige Wochen durchhalten, Herr Rüttgers. Und nicht den Mut verlieren, denn wenn sie nicht die Wahl gewinnen, dann herrscht durch die Besetzung des Bundesrats endlich wieder Demokratie leider ein kleines Ungleichgewicht…

Mit allerfreundlichstem Gruß
endgueltig

Ich halte es da wie der Kölsche Prinz:

Wahltag

P.S. Dass sie besonders geschützt werden müssen ist doch logisch! Also ich verstehe es.

  1. Foto von tgoldmann []