Vier EPs und nun vier Alben
hat die amerikanische Band Portugal.The Man seit 2006 veröffentlicht, da kann man sie schon als fleißige Arbeitsbienchen bezeichnen. Sogar das CD-Cover wurde selbst gestaltet und hebt sich angenehm vom meist visuellen Einerlei anderer Bands ab.
Das Album Nummer vier glänzt zwar mit nur 34 Spielminuten, aber die lassen einen nicht kalt…
Mit endgültig sommerlicher Frische zelebrieren Leadsänger Gourley und der Rest der Band zunächst etwas ruhigere Klänge der ersten Tracks mit einem locker-leichten hohen Gesang (das mag ich ja!), die sich auf feine Melodien konzentrieren und sehr eingängig daherkommen und beginnen dann erst später dem Indie-Rock zu frönen.
„The Sun“ vereint die genannten Stärken der Band am besten: Starker Band-und Einzel-Gesang und gekonnte Melodieführung durch Gitarre und Drums ergeben einen „Indie-Sommer-Hit“ verdächtigen Track.
Den Single-Charterfolg scheinen aber die Männer aus Alaska, die in Portland leben, doch so gar nicht zu wollen: Die ersten Werke besaßen Ecken und Kanten, mal psychedelisch anmutender, elektronisch verspielter oder klassischer 70er-Jahre-Rock wurden dargeboten und schielten dabei sehr selten auf Radiotauglichkeit.
Spätestens beim letzten Album „Censored Colours“ wurde aber klar, dass ihre Fähigkeit gute Songs zu schreiben, durchaus auch mal ins Radio führen kann.
Eingängigkeit und dadurch bedingte Kommerzialisierung wird ja gern als Vorwurf genannt, wenn die Lieblingsband auch plötzlich so vielen anderen gefällt, aber Portugal.The Man sorgen mit musikalischer Qualität für nun endlich zu sehende Erfolge…
„Guns and Dogs“ gehört zu den Songs, die Keyboard-Experimente, geschickt gesetzte Brüche und Komplexität vereinen, die einigen anderen Tracks (bewusst) nicht innewohnt, da sie lieber auf den wirklich schönen Gesang und die gute Melodie setzen.
Auch „Do you“ zieht das Tempo dann ausnahmsweise schön an und ist ein klassischer Portugal.The Man-Song, der rockt und rockt und rockt und auch kurze Atempausen besitzt.
Der zweite Teil der CD lässt also die „alten“ Portugal.The Man erklingen und wenn „The Morning“ mit einer schönen Ballade inklusive außergewöhnlich gutem und markantem Gitarrenriff, die so kurzen 34 Minuten beendet, weiß man einfach, dass die Band zu Recht so viel veröffentlicht.
Sie schaffen hier eine perfekte Sommerscheibe, die zwar an einigen wenigen Stellen die Songs nicht unterscheidbar machen, aber es gibt keinen schlechten Track darunter und die Mixtur aus lauten und leisen Stücken passt einfach…
Wer also Entspannung und gute Musik sucht, wird hier fündig: Portugal.The Man setzen fast schon auf Soul-Momente, die den Rockmusikanteil spürbar abmildern.
Bei Portugal.The Man zählt nicht der herausragende Song, sondern die durchaus harmonische Mischung.
Die Limited-Edition, die nur in den deutschsprachigen Ländern erschienen ist, enthält eine weitere CD namens „The Majestic Majesty“, die mit Akustikversionen des gesamten Albums (bis auf einen Song) aufwartet…
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UND WAS NUN?