((Das Bild ist von JuliaL49))
Das neue Thema im “Projekt 42″ lautet “Käfer”. Da fallen einem natürlich direkt einmal die Marienkäfer ein, die vor kurzer Zeit die Ostseeküste belagerten (und sogar die Menschen gebissen haben).
Von Marienkäfern kam ich dann zu Blattläusen, da (zumindest hier in Köln) eine wahre Plage dieser Viecher hinter uns liegt. Blattläuse sind bekanntlich eine Lieblingsspeise der Marienkäfer…und wo viele Blattläuse sind, kommen dann logischer Weise auch viele Marienkäfer. Bei so gut gedeckter Tafel vermehren sie sich einfach wahnsinnig. Vermehren?! Hm, wie machen die das eigentlich?
Da habe ich nun also ein Thema: Sex von Marienkäfern.
Ein wenig Recherche und nun erzähle ich euch, das die Tierchen wirklich nur süß aussehen; im Grunde aber von Geschlechtskrankheit geplagte Käfer sind. Die Armen. Sie sind zu promisk. Selber Schuld!
Über 90% eines Bestands sind in der Regel mit einer Geschlechtskrankheit infiziert…aussterben tun sie trotzdem nicht.
Marienkäfer überwintern und fangen mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr an, sich fleißig zu paaren. Alle zwei Tage wechseln die Käfer ihre Partner und gehören damit zu den paarungsfreudigsten Insekten. Beim Geschlechtsakt wird jedoch auch eine Milbe übertragen, die weibliche Marienkäfer unfruchtbar macht. Innerhalb von zwei Wochen erhöht sich die Befallsrate der Population von 20 auf 80 Prozent.
Allerdings werden Weibchen erst drei Wochen nach dem Befall unfruchtbar, und so bleibt noch Zeit zur Eiablage, bevor zu Spitzenzeiten über 90 Prozent der überwinterten Generation unfruchtbar wird. Gerade wenn die Population vor dem Aus steht, wächst die nächste Generation heran: Sie braucht vom Ei-Stadium bis zur Geschlechtsreife fünf Wochen und paart sich dann ebenfalls wieder mit befallenen Marienkäfern der Elterngeneration. Der Nachschub an unbefallenen Weibchen sichert das Überleben der Population: So gewährt die zeitliche Verschiebung zwischen Milbenbefall und dem Heranwachsen der nächsten Generation trotz hoher Befallsrate das Bestehen der Marienkäfer.
Die nächste Generation paart sich dann weniger und weniger, weil die heißen Sommertemperaturen sie träge machen. So wird auch die Milbe weniger übertragen und die Population, die bis zum nächsten Jahr überwintert, weist nur eine Befallsrate von 20 bis 30 Prozent auf. Im Frühjahr wiederholt sich dann der Zyklus von Paarung und Milbenbefall. So ist das System also im Gleichgewicht.
Und die Quintessenz: Wenn Marienkäfer nicht so promisk und inzestuös wären, würden mir immer mehr Blattläuse beim Rad fahren durch die Stadt die Laune verderben. Macht bitte einfach weiter so ihr Käfer!

UND WAS NUN?