Als hätten die Musikredakteure (und die, die sich so schimpfen) nur darauf gewartet, das sich vier „Jugendliche“ in ein Studio stellen und eine Platte aufnehmen, wird „xx“ von „The XX“ in höchsten Tönen gelobt.
„Bestes Album des Sommers“ und „Debüt des Jahres“ ist da zu lesen. Wo man geht und steht: an „The XX“ kommt man nicht mehr vorbei.
Gut! Also Grund genug für mich mir diese Scheibe anzuhören.
The XX kommen aus einem eher bürgerlichen Viertel Südwest-Londons und sind gerade einmal 19 Jahre alt.
Und die Redakteure dieser Welt sind einwandfrei im Recht: „xx“ ist ein Album voller großartiger Songs.
Intimer Minimalismus trifft Ästhetik trifft R’n'B-Töne trifft Rhythmus trifft Coolness trifft Melancholie.
Die vier selbst geben an, The Cure und TLC und Aaliyah wären ihre Vorbilder. Das ist zunächst wunderlich; doch beim Hören erschließt sich von mal zu mal, in wunderschön melancholischen Duetten, das eben genau diese Stile aufeinander treffen.
Insgesamt klingt auch dieses Album wie ein Ruf aus den 80er Jahren. Und dabei kommt mir wieder der Gedanke, wann denn nun dieser Hype um die 80er endlich vorbei ist: Ich warte auf die Wiedergeburt der 90er mit ihren Europop-Klängen…
Das Album ist viel mehr als die Idee alle Stile zu mischen. Es ist klug und wirklich wunderschön. Wunderschön traurig. Und diese Traurigkeit lässt einen das ganze Album auch nicht los.
Leider nur 38 Minuten lang lauscht man „Hits“ wie „Infinity“, welches sofort an Chris Isaak und seinen Welthit „Wicked Game“ erinnert. Und ja, es sind sogar Textfragmente der Isaak-Scheibe untergebracht. „Crystalised“, „VCR“ oder das großartige „Heart Skipped Beat“, alles bezaubernd wie Heather Nova, melancholisch wie Yo La Tengo, traurig wie Chris Isaak und eben doch absolut The XX.
Nun müssen ja auch einige Mythen her um das Album gut zu vermarkten und so hört man „The XX“ hätten das Album selbst produziert, nachdem sie als erste Band des Sublabels von XL Records, bei Young Turk Records unter Vertrag genommen wurden. Die Instrumente hätten sie erst im Studio zu spielen gelernt und die Texte sind in Chatrooms entstanden…nun gut, kann man glauben, kann man aber auch lassen!
Insgesamt ein sehr schönes Album, bei dem mir nur eine entscheidende Sache auffällt: Ich weiß nicht, was es mit mir machen soll! Ständig rauf und runter gehört animiert es mich nicht zum Tanzen, der „Knie-Mitwipp-Effekt“ bleibt aus, unter Tränen schmollend in der Ecke sitzen geht auch nicht, mitsingen nur manchmal, Pulsadern aufschneiden will man auch nicht. Mir persönlich fehlt eine Aussage. (Und das ist wirklich sehr subjektiv!) Die Musik läuft. Sie ist gut und auch schön! Aber mir fehlt am Ende eben das, was die Musik mit mir macht. Sie macht nämlich nichts mit mir. Und deshalb vergebe ich auch nur bescheidene Punkte…es wäre aber schön zu lesen, was sie mit euch macht. Löst es irgendwas in euch aus?
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UND WAS NUN?