Endgültig Alben-Rezensions-Stock #2

Es schwinden jeden Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.1
Die Dany rief vor einiger Zeit ein ganz wunderbares Stöckchen ins Leben: Das Alben-Kritik-Stöckchen. Nach ein paar Stationen versackt es nun irgendwie und das gefällt mir gar nicht. Denn die Idee dahinter ist doch toll. Ich würde gern viel mehr “gezwungene” Rezensionen lesen. Denn es [...]

Es schwinden jeden Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.1

Die Dany rief vor einiger Zeit ein ganz wunderbares Stöckchen ins Leben: Das Alben-Kritik-Stöckchen. Nach ein paar Stationen versackt es nun irgendwie und das gefällt mir gar nicht. Denn die Idee dahinter ist doch toll. Ich würde gern viel mehr “gezwungene” Rezensionen lesen. Denn es geht darum, ein vom “Werfer” bestimmtes Album anzuhören, zu bewerten, dies zu veröffentlichen und dann ein anderes Album weiter zu werfen.

sunsetrubdown
Trotz der Anlaufschwierigkeiten hat es bereits zwei Auswüchse (Äste) und das kann man einfach nicht liegen lassen. Ich war zwar bereits dran, aber gut. So habe ich nun das Album “Dragonslayer” der mir unbekannten Band “Sunset Rubdown” bei postpunk in die Hände und Ohren genommen, da Cybermat wohl nicht will oder kann oder soll…

Zunächst einmal informativ ist “Sunset Rubdown” eine von Spencer Krug ins Leben gerufene Band, um eigene musikalische Ideen umsetzen zu können.
Und Herrn Krug kenne ich natürlich tatsächlich von Wolf Parade.

Also relativ unvoreingenommen an das Album ran:


“Dragonslayer” (spotify-link) ist (für mich) vor allem eins: sehr anstrengender, verschrobener Indie-Rock. Nach sanftem Klavierbeginn höre ich Spencer Krugs sehr markante, hysterische, helle Stimme. Ein zu hektisches Schlagzeug und schräg schreiende Gitarren folgen; im Hintergrund spielen flächige Synthies.

Also, diese Band macht es von Anfang an nicht leicht: Obwohl eine peppige Melodie zu erkennen ist braucht der erste Song “Silver Moons” seine Zeit und viele Hörproben, um irgendwie zu wirken. Ganz schreckliche Songstruktur und insgesamt absolut nervös wirkend und auch machend.

Das wäre nicht so das große Problem, würde es sich nicht leider mit dem kompletten Album so verhalten. Es dauert wirklich eine sehr große Weile, bis man sich damit anfreunden kann…wenn man es überhaupt schafft.

Der zweite Song “Idiot Heart” beginnt mit sehr rockigen Gitarren…doch leider bleibt das erwartende Ausbrechen aus. Geduld, Geduld…zur Mitte des Liedes hin geht es dann los: Das Tempo steigert sich, die Gesänge versuchen sich gegenseitig aufzuschaukeln. Und dann passiert schreckliches: Die “Ekstase” wird einfach abgebrochen und der Song wird langsam. Der Moment der Freude am Hören bleibt einfach aus.

Das “Apollo And The Buffalo And Anna Anna Anna Oh!” hat außer einer “Schlaf-Kindlein-Schlaf-Melodie” gar nichts zu bieten.

Es folgt “Black Swan” und diesen Titel kann man dann getrost als Höhepunkt des Albums bezeichnen: stille Strophen und ausbrechende Refrains werden hier voll ausgelebt…auch wenn man den Eindruck nicht los wird, das alles sehr improvisiert ist.

“Paper Lace” ist, im Vergleich zu allen anderen Tracks, sehr kurz und läuft nur knapp unter vier Minuten: einfache Struktur, nichts besonderes, aber eben deswegen wohl am ehesten der Anspieltipp.

Dann folgen “You Go On Ahead”, mit einem eher groovendem Beginn und “Nightingale/December Song”, welches sehr beatartig unterlegt ist. Die beiden liegen stilistisch sehr nah beieinander und bieten dann doch einmal etwas Abwechslung…

Zum Ende dann das 10-minütige “Dragon’s Lair”, indem die Momente von “Black Swan” nochmal durchkommen wollen. Viele schräge Töne und eine sehr starke “Laut-Leise-Mischung” verhindern aber doch nicht, das man das Album komisch findet.

Also, wer auf verschrobene Sachen steht, die auch anstrengend sein dürfen, der hat hier einen absoluten Tipp bekommen. Wer allerdings “Wolf Parade” mag und aufs neue Album wartet, dem vergeht hiermit komplett die Lust, denn sowas wie “magische Momente” zwischen schrägen Songs und geradlinigen (so wie halt bei Wolf Parade) gibt es hier absolut nicht.

Rating: ★★★★½☆☆☆☆☆

So, und damit das Stöckchen nun nicht ein weiteres mal ewige Wochen irgendwo liegt und sich niemand liebevoll darum kümmert, werfe ich es nun mit verschiedenen Alben an mehrere Leute. (Die Links sind bis auf eine Ausnahme Spotify-Links. Wer kein Spotify benutzt, kann sich das Album entweder selbst suchen (bei last.fm oder so) oder aber eine kurze Meldung an mich loslassen, dann klappt das schon.)  Und zwar an:

  1. Friedrich von Schiller []
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5 KOMMENTARE

  1. beetFreeQ hat diese würzigen Worte am 8. September 2009 hinzugefügt| Permalink

    Das Stöckchen nehme ich doch gern an, denn Ryan Adams’ Coverversion von “Wonderwall” gefällt mir sehr gut, mehr hab ich mir von ihm aber irgendwie bisher nie angehört…

    Gute Idee auch, das Stöckchen gleich an mehrere weiterzugeben, denn so wächst es zumindest an einigen Zweigen weiter!

    Was Sunset Rubdown angeht: Ich mag die Band an sich schon, aber so richtig viel Airplay haben sie bei mir dennoch nicht bekommen, vermutlich, weil es immer wieder was anderes gibt, was ich in dem Moment noch lieber hören mag… – und Wolf Parade sind halt doch besser, da hast du eindeutig recht!

  2. juliaL49 hat diese würzigen Worte am 8. September 2009 hinzugefügt| Permalink

    Interessant, war das Album nicht schon mal dran und wurde total gelobt?!?

    Und auch ich finde die Verästelung super :)

  3. LemonHead hat diese würzigen Worte am 9. September 2009 hinzugefügt| Permalink

    Ich warf eine Zitrone. Zurück bekam ich einen Stock zwischen die Beine im vollen Lauf.. Danke. :P

    Hatte das Stöckchen eh schon mitverfolgt und freue mich umso mehr, dass ich nun auch mal rezensieren darf. Und dann noch eines meiner liebsten Alben.. =)

  4. Sascha hat diese würzigen Worte am 10. September 2009 hinzugefügt| Permalink

    @beetfreeq Ja, dann habe ich ja ganz gut getroffen in deinem Fall. Ich mag den Ryan Adams ja auch ziemlich gern. Bin also sehr gespannt, was du so schreibst.

    @Julia Ähm, nein, war noch nicht dran; also nicht in diesem Stöckchen

    @Zitrone Zack. Bumm. Mit Absicht getroffen :-)

  5. beetFreeQ hat diese würzigen Worte am 13. September 2009 hinzugefügt| Permalink

    So, Stöckchen ist bearbeitet. Leider ist Ryan Adams bei mir aber nur mittelmäßig angekommen… – http://blog.freeqnet.de/2009/09/13/rezensions-stoeckchen-ryan-adams-gold/

2 Trackbacks

  1. [...] Während ich grad gutgelaunt alle meine geliebten Blogs abgrasen wollte, erwischte ich einen endgültig guten Artikel mit einer Rezension zu Sunset Rubdowns “Dragonslayer”. Anstatt mich selbst zum lesen bremsen zu lassen, sprang Sascha himself aber schon aus seinem [...]

  2. [...] von Dany zwischenzeitlich ein wenig stockte, kommt es jetzt wieder in Fahrt, unter anderem, weil Sascha es gleich an mehrere Leute weitergegeben hat, damit es nicht erneut komplett zum Erliegen kommt. [...]

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