Seit knapp einer Woche überlege ich, was ich als Thema dieses Gastbeitrages nehmen kann. Eine gar nicht so einfache Aufgabe, denn es soll ja auch etwas spezielles sein, so in etwa wie die Rubrik “Außenansicht” in der SZ. Nicht nur ein Beitrag der genauso gut auch in meinem Blog stehen könnte. Die Themen von Endgültig sind sehr breit gefächert, was die Suche nicht einfacher machte. Aber dann habe ich doch noch ein recht braches Feld entdeckt: Die Architektur.
Da sich S. ja die letzten Tage in Wien aufgehalten hat, habe ich dazu passend einen Architekten (bzw. ein Architekturbüro) aus der österreichischen Hauptstadt den ich euch schmackhaft machen möchte, sofern er nicht sowieso schon bekannt ist:
Vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit einen Vortrag von Roman Delugan über sein Büro Delugan Meissl zu hören. Seit diesem Moment bin ich überzeugt, dass ich einem der prägendsten Architekten der Gegenwart und Zukunft gegenüber stand.
Ich will und kann hier keinen feuilletonistischen Aufsatz über das Werk von Delugan Meissl verfassen. Dagegen spricht allein schon der Mangel an Bildmaterial welches nicht urheberrechtlich geschützt ist. Der Beitrag soll eher neugierig machen und Anstoß sein sich die Architektur anzusehen, anstatt ein wissenschaftlicher Abriss über Delugan Meissl Associated Architects zu sein (DMAA).
Schlagartig berühmt wurden Delugan Meissl der Fachwelt, und auch darüber hinaus, mit Ray 1, einem Dachaufbau im vierten Wiener Bezirk. Es ist das Haus von Elke Meissl und Roman Delugan welches sie auf das Flachdach eines Bürogebäudes aus den 60er Jahren aufsetzen. Und so sieht es auch aus: Wie ein perfekt geformtes UFO aus ferner Zukunft das mitten in Wien gelandet ist und sich trotzend in die Umgebung integriert. Dieses schöne Video gibt einen kleinen Eindruck dieses architektonischen Juwels:
Ich muss unweigerlich an James-Bond-Filme denken wenn ich dieses Gebäude sehe, es scheint die real gewordene perfekte Zukunftsvision der 60er Jahre geworden zu sein. Weitere sehr gute Fotos von Ray 1 findet man hier.
Fast zeitgleich wurden die City Lofts Wienerberg fertiggestellt. Hier findet man eine kurze Beschreibung. Leider war die Zeit für S. in Wien zu kurz, sonst hätte ich ihn dorthin geschickt, und auch unser gemeinsamer Wienbesuch im Januar hat dafür keinen Platz gefunden. Ist aber definitiv bei der nächsten Gelegenheit erste Anlaufstelle, allein schon aus dem Grund vernünftige Fotos zu machen die man frei nutzen kann. Die City Lofts Wienerberg sind ein gutes Beispiel wie geförderter Wohnungsbau eben auch aussehen kann. Keine Gleichschaltung und Stapelung des immer und immer wieder gleichen Grundrisses, sondern eine Verschachtelung und Verzahnung sehr individueller Wohnräume. Kaum noch als sozialer Wohnungsbau zu erkennen.
Weitere Projekte und Bauten aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Nur noch eines der neuesten soll hier erwähnt werden:
Das Porsche Museum in Stuttgart.
Die wohl besten Bilder dazu findet man hier. Vermutlich jedes Feuilleton jeder größeren Tageszeitung hat darüber berichtet.

Dieser wahnsinnig sexy Baukörper ist das nächste Ziel auf meiner Agenda wenn ich mal wieder nach Stuttgart fahre. Und die Autos interessieren dabei wirklich nur am Rande. Ich bin so begeistert von den Projekten von Delugan Meissl, dass ich regelrecht aufgeregt und neugierig bin dieses hochgelobte Museum zu sehen.
(Foto von motoyen)

Aus diesem Grund plane ich auch bald eine Reise nach Amsterdam , denn dort entsteht gerade ein neues Filmmuseum nach den Plänen von Delugan Meissl.
(Foto von Bert Kommerij)
Der nächste Wienbesuch kommt bestimmt, und dann möchte ich eigene Fotos von den baulichen Spuren von DMAA sehen.

UND WAS NUN?