Hallo liebe Leser von Endgültig. Während sich Sascha bestimmt auf dem Wiener Prater vergnügt versuche ich mich als Gastschreiber. Ich heiße Robert und in der Regel schreibe ich auf meinem Blog Spontis. Auf meine Frage, was ich denn schreiben könnte, meinte Sascha: “Gerne was schwarzes, oder was politisches. Nur keine schwarze Politik”. Gut, dann eben etwas erhellendes aus der Welt der Politik.
Vorbei! Endgültig aus. Die Glühbirne muss gehen, sie wird aus den Regalen der Einkaufstempel verbannt. Seit dem 1. September 2009 hat man die 100-Watt Glühbirne aus der EU geworfen, ab dem 1. September 2012 soll es nach den Vorstellungen der Kommissionen nur noch Energiesparbirnen in den Läden geben. Bis dahin werden alle anderen Familienmitglieder der gemeinen Glühbirnen-Bande schrittweise ausgewiesen.
Nach rund 130 Jahren ist damit die Glühbirne vom aussterben bedroht. Vorbei sind endlich die Zeiten, in denen man sich beim Wechseln einer Glühbirne die Finger verbrannte, keine kleine Glühfaden-Explosion erschreckt mich mehr zu Tode. Umweltpolitisch ein Gewinn, denn Glühlampen sind doch eigentlich nur Heizkörper, die leuchten. Nur 5 Prozent der eingesetzten Energie werden tatsächlich in Licht umgewandelt, der Rest heizt die Umgebung. Außerdem halten Energiesparlampen bis zu 15.000 Stunden und damit rund 15 mal länger als die olle Glühbirne und ganz nebenbei wird dadurch auch der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids um rund 32 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt. Sogar für das kleine Licht, nämlich den Bürger ist das nur positiv, denn schließlich kann man rund 50 Euro pro Jahr sparen!
Alles prima, alles toll? Das fanden jedenfalls die Regierenden und brachten das Gesetz auf seinen Weg. Ein leuchtendes Beispiel nahm man sich bestimmt an Fidel Castro, denn weil seinerzeit die Stromnetze Kubas immer wieder zusammenbrachen, ließ das damalige Oberhaupt Tausende Glüh- durch Energiesparlampen ersetzen. In Neuseeland, Australien, Kalifornien, Kanada und Irland ist das Verbot ebenfalls beschlossen. Norderneys Bürgermeister erklärte seine Insel zur glühbirnenfreien Zone.
Die Umwelt freut sich. Oder nicht? Während man Glühbirnen noch getrost im Hausmüll entsorgen konnte müssen Energiesparleuchten in den Sondermüll, denn sie enthalten Quecksilber und eine Einschaltelektronik, die man jedes mal mit wegschmeißt. Im September 2008 titelt die Zeitschrift Ökotest “Energiesparlampen – das Ende einer Erfolgsgeschichte“. Jede vierte der 16 getesteten Lampen wurde mit “ungenügend” bewertet. Die Öko-Lampen würden viel weniger Energie sparen, als die Hersteller behaupten. Sie würden Elektrosmog verursachen und schnell kaputt gehen. Letztendlich erdreistet man sich sogar zu behaupten, Stromsparen heißt nicht Treibhausgase sparen!
Energiesparlampen leuchten anders. Der Eindruck eines kalten ungemütlichen Lichtes bleibt, das Farbspektrum ist schuld daran, es leuchtet nämlich nur lückenhaft über das gesamte Spektrum des Lichts. Das merkt nicht nur unser Auge, sondern auch unser Körper. Wir fühlen uns unwohl. Außerdem belegen Leuchkraftmessungen, dass die meisten schwächer leuchten als ihr ebenbürtiges Energieverschwender Modell.
Wir sollen uns mal nicht so anstellen! Vielleicht ist die Energiesparlampe ein Mittel uns in unserer hektischen Gesellschaft zur Besonnenheit zu erziehen. Die Wartezeit vom einschalten der Treppenhaus-Energiesparleuchten bis zu vollen Lichtstärke kann man sich damit vertreiben die Schuhe ordentlich abzuputzen. Und wenn man in der Werbung mal schnell auf das Energielampen erhellte Bad gehen möchte, vertreibt man sich die Zeit bis zur Erleuchtung eben mit Werbung “Dieses Licht wird Ihnen präsentiert von…” . Ist ja auch prima für die Werbenden, die können die Unterbrechungen verlängern, denn schließlich müssen wir ja sowieso warten.
Neulich ist mir die Energiesparleuchte im Keller kaputt gegangen, obwohl ich diese erst im Mai gekauft habe. Der Baumarktmitarbeiter, bei dem ich diese dann umtauschte, entgegnete mir auf die Frage nach dem Grund: “Die kann man nicht so oft an- und ausschalten, davon gehen die kaputt”. Aha. Hätte ich mir ja auch denken können.
(Bildquelle: Sproutecourse via Wikimedia)
Tags:Energiesparen, Spontis
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