Sascha hockt immer noch im Urlaub und meiner ist demnächst vorbei, dennoch habe ich mich dazu bereit erklärt meine Zeit für ihn zu opfern und einen Gastbeitrag zu schreiben. Da ich thematisch genauso breit gefächert schreibe wie Sascha, sollte das aber wohl kein Problem für mich darstellen. Ich schreibe einfach über Musik, denn Musik mag doch jeder und Musik verbindet: “Wo man singt, da lass’ Dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder”, heißt es doch so schön. Ach so, ich heiße übrigens Konna und schreibe normalerweise drüben auf der Gedankendeponie.
Coverversionen sind heutzutage aus dem Musikgeschäft kaum noch wegzudenken. Die Charts stecken voll davon und die meisten Coverversionen sind so überflüssig wie ein Wassereis, das zu lange in der Sonne gestanden hat. Doch gibt es manchmal auch richtig gute Coversongs, die dem Original entweder ebenbürtig sind oder es sogar übertreffen können. Für mich macht eine gute Coverversion aus, dass sie trotz der übernommenen Melodie und des abgekupferten Textes eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Das ist meiner bescheidenen Meinung nach bei den folgenden drei Songs, die ich euch nun vorstellen möchte, der Fall. Ich wünsche euch ein endgültig angenehmes Hörvergnügen und schon kann es losgehen:
Disturbed – Land of Confusion (Genesis Cover)
Die großen Genesis zu covern ist schon ein ziemliches Wagnis und wirklich gut gelingen kann das sicherlich nicht vielen Künstlern. Doch Disturbed sind ja nicht irgendwer, sondern eine feste Größe des Alternative Metal und haben sich inzwischen einen enormen Bekanntsheitgrad erarbeitet. Zurecht, wie ich meine. Das Cover zu ‘Land of Confusion’ ist sowas von energiegeladen, da kommt das Original nicht einmal ansatzweise heran. Sehr interessant auch das in Zeichentrick gehaltene Video mit seiner ausgeprägten Symbolik. Ein überaus würdiges Cover.
Zeraphine – New Years Day (U2 Cover)
Auch hier werden sich viele denken: Wie kann man nur U2 covern? Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Gruppe um Bono nicht so wirklich leiden kann. New Years Day war übrigens deren erster internationaler Hit und schon damals hatte das diesen Weltverbesserungstouch (der Song beschäftigt sich mit der polnischen Solidarno??-Bewegung). Ganz anders dieses Cover der Gothic Rock Kombination Zeraphine. Ihnen gelingt es, aus dem Song etwas ganz persönliches zu machen und die tiefe Stimme des Sängers Sven Friedrich geht einfach unter die Haut. Ein Song, den ich immer wieder gern höre.
Wizo – All that she wants (Ace of Base Cover)
Kommen wir als letztes zu Wizo, den Meistern des deutschen Politpunks. Die inzwischen leider aufgelöste, skandalträchtige Truppe (der Song “Kein Gerede” wurde wegen Anstiftung zum Terrorismus verboten) hat sich aber nicht nur politischem Liedgut verschrieben, sondern zum Beispiel auch dieses Ace of Base Cover gemacht. Dieses recht frühe Werk war jedoch nicht von den Rechteinhabern autorisiert und da das selbstproduzierte Video sogar auf MTV lief, wurden WIZO verklagt und mussten ihre Rechte an der Single abtreten. Wenn man das Label “Punk” irgendwem zuschreiben möchte, dann Wizo, würde ich meinen.
So, das wars auch schon von meiner Seite. Wenn ihr jetzt nicht endgültig die Nase voll habt, dann seid doch so nett und schreibt in die Kommentare auch einmal eure Lieblingscoversongs, damit der urlaubende Sascha sich gleich noch mehr anhören kann, wenn er völlig erholt wieder auftaucht.
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