Jahrhunderte der Musik

Liebe endgültige Leser, dies hier ist kein endgültiger, sondern ein Gastbeitrag von mir, Andreas (cimddwc) aufgrund Konnas Blogjulklapp-Auslosung, und angeregt durch Saschas Blogparade zum Album des Jahrzehnts, die noch bis heute Abend läuft, will ich einen Blick auf größere Zeiträume werfen.
In jener Blogparade geht es um die persönlichen Lieblingsalben. Wenn man sich hingegen nach den [...]

Liebe endgültige Leser, dies hier ist kein endgültiger, sondern ein Gastbeitrag von mir, Andreas (cimddwc) aufgrund Konnas Blogjulklapp-Auslosung, und angeregt durch Saschas Blogparade zum Album des Jahrzehnts, die noch bis heute Abend läuft, will ich einen Blick auf größere Zeiträume werfen.

In jener Blogparade geht es um die persönlichen Lieblingsalben. Wenn man sich hingegen nach den Verkaufscharts richtet, wären hier laut charts-surfer.de Nelly Furtado (Loose) vor Ich+Ich (Vom selben Stern), Amy Winehouse (Back To Black) und Herbert Grönemeyer (Mensch) an der Spitze. Diese vier Alben finden sich auch in den Top 10 der deutschen Gesamtcharts seit 1962 – doch der absolute Spitzenreiter ist der deutsche Musical-Soundtrack von My Fair Lady, da ist, *räusper* ich trau’s mich gar nicht zu sagen, Heintje auf Platz 2 schon deutlich abgeschlagen.

Nachdem sich alle von diesem Namen erholt haben: Gäbe es keine Tonaufzeichnungen, wäre die weite Verbreitung der Musik und natürlich auch solche Charts gar nicht so einfach.1 Doch wann und wie hat das überhaupt angefangen?

1857 hat der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville das Patent für seinen Phonautographen angemeldet – doch er dachte noch gar nicht daran, die wohlklingenden Klänge wieder abzuspielen, er wollte sie nur darstellen. Mit moderner Technik bekommt man da doch wieder etwas Hörbares raus, dem man u.a. in der englischen Wikipedia rauschen, pardon, lauschen kann – so gilt diese Aufnahme eines Kinderliedes von 1860 als erste aufgezeichnete Stimme eines Menschen. Nur mit der Qualität, tja, da hatte man noch so seine Probleme. Oder versteht jemand etwas in dieser Aufzeichnung?

Thomas Alva Edison hat’s dann 1877 mit seinem Phonograph besser gemacht, denn der konnte die auf Zinnfolie und später auf einen Wachszylinder aufgezeichneten Töne auch selber wieder abspielen. Als Diktiergerät war der Erfolg noch nicht so groß, aber das Unterhaltungsmedium war natürlich nicht weit entfernt. Die Massenfertigung einer Walze war etwas kompliziert, aber als der in die USA ausgewanderte Herr Berliner aus Hannover 1887 auf den Trichter kam, der Schalltrichter könnte von einer runden Scheibe gefüttert werden, die man recht einfach pressen konnte, war der nächste große Schritt gemacht – die Schallplatte war erfunden.

Jetzt musste man nur noch die anfangs recht schwache Qualität verbessern, und nach diversen unterschiedlichen Spielereien Anfangs des 20. Jahrhunderts hat sich schließlich die Schellackplatte als erster erfolgreicher Standard herauskristallisiert, und von dort aus war der Schritt zum Vinyl nicht mehr weit, das in seinem Siegeszug bekanntermaßen von dieser kleinen Silberscheibe namens CD abgelöst wurde – die älteren werden sich erinnern, das war das Medium, das man immer “gerippt” hat, um seinen MP3-Player zu befüllen, bevor es iTunes gab. :)

Doch wie war’s davor?

Musik und gefeierte Stars gibt’s natürlich nicht erst seit 1877. Damals war’s natürlich schwieriger, wie die Fans zu den Stars und die Stars zu den Fans gelangen konnten, man kann sich ja nicht mal heutzutage einfach in den Konzertsaal beamen (und wenn, würde es wohl ziemlich eng werden), geschweige denn damals, und allzu viele Live-Streams gab’s auch noch nicht.

Das Selbernachspielen bietet meist nicht das große Klangerlebnis, selbst wenn man die passenden Notenblätter kaufen konnte – wofür es ab 1891 auch Charts gab. Mozart zum Beispiel, der genau 100 Jahre früher starb, brachte das nichts – er konnte sich “nur” über jubelnde Zeitungskritiker und jubelndes Publikum freuen, das lautstark “Rock me Amadeus!” skandierte (oder sowas in der Art).

Doch die Reisen dürften mitunter ziemlich strapaziös gewesen sein, auch wenn ich nicht genau weiß, wie bequem die Tourbusse damals waren. Aber für seine Fans bzw. seine Stars nimmt man auch gerne Strapazen in Kauf, Hauptsache man bekommt als Fan noch einen Platz im Konzertsaal oder beim Open Air. Wahrscheinlich waren es auch solche Platzprobleme, die Nero im Jahr 64 veranlassten, Rom abzufackeln und Platz für die Zuhörer seines göttlichen Gesangs zu schaffen; eine Methode, die zum Glück nur wenig Nachahmer fand, außer dem Depp mit der Leuchtpistole 1971 in Montreux2 zumindest.

Als Ausrede für Brände durch Weihnachtskerzen dürfte das auch nicht geeignet sein, also kommt mir besser nicht auf dumme Gedanken!

  1. Immerhin wäre uns dann auch dieses Weihnachts-Un-Lied von Wham erspart worden… []
  2. siehe “Smoke On The Water” []

2 KOMMENTARE

  1. rebhuhn hat diese würzigen Worte am 20. Dezember 2009 hinzugefügt| Permalink

    supercooler artikel! :) und auf der claire-de-la-lune-aufnahme kann man schon, so man den text und die melodei [sic!] vorher kennt, etwas verstehen… ;)

  2. cimddwc hat diese würzigen Worte am 21. Dezember 2009 hinzugefügt| Permalink

    Danke. :) Zum Glück sind aktuellere Aufnahmen qualitativ etwas besser, so dass man sie nicht kennen muss, um etwas zu verstehen…

4 Trackbacks

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  2. [...] schrieb “Seelenwinter” bei JayNightwind. cimddwc schrieb “Jahrhunderte der Musik” bei endgueltig. Michaela schrieb “Ohne Titel” bei [...]

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