Endlich geht es weiter. Das arme Albenkritik-Stöckchen von Dany lag (während ihrer Schaffenspause) am Boden.
Das Stöckchen war traurig und regte sich nicht ein wenig von der Stelle.
Der Mann mit dem schwärzesten Traueranzug aller Zeiten war ich persönlich.
So eine schöne Idee durfte einfach nicht sterben; und schon gar nicht, wenn ich tatenlos dabei zusehe.
So, nun ist die Zeit der Trauer vorbei und es geht endlich weiter.
Dany herself hat die ihr zugeworfenen Alben gehört und rezensiert.
Und nun hat sie mir ein neues Album zugeworfen. Ich soll mir nun also Mumford & Sons “Sigh No More” anhören.
Wie der Zufall es will, ist mir dieses Album zwei Tage, bevor ich das Stöckchen an den Kopf geworfen bekam, selbst in die Hände gefallen.
Von “Mumford & Sons” hatte ich zuvor noch nichts gehört; also konnte es frisch und unvoreingenommen ans Werk gehen.
Das allererste, was einem durch den Kopf geht, wenn man auf die Play-Taste drückt, ist ganz eindeutig eine Assoziation mit Dave Matthews und seiner Band.
Die Stimme, die Art der Musik, einfach alles ähnelt der Dave Matthews Band doch sehr.
Mumford & Sons stammen aus England, was man zunächst gar nicht glauben mag.
Ich glaube, diese Art von Musik nennt man New-Folk und da muss ich leider sagen, dass ich damit nicht so viel anfangen kann.
Eventuell stimmt auch die Jahreszeit nicht. Ich würde es gern im Sommer hören, wenn es heiß ist und man (bildlich gesprochen) mit dem Cabrio über lange Landstraßen fährt, die sich durch blühende Felder schlängeln.
Aber trotz alledem kann ich zu diesem Album sagen, dass es sehr gut ist. Nicht mein Geschmack, aber sehr gut! Es ist eigentlich sogar mehr als das: es ist erschreckend perfekt.
Perfekt heißt: jede gezupfte Note, jeder Banjo-Ton sitzt genau dort, wo er sitzen soll.
Die gewaltige Stimme von Marcus Mumfords tut ihr übriges.
Klar, in wenigen Monaten werden Film-Trailer, Commercials und Internet-Clips mit den bitteren, kleinen Folk-Perlen ausgestattet, dann werden Mumford & Sons in aller Munde und mit Sicherheit nicht mehr im Club-Rahmen zu finden sein. Das ist nicht schade, weil ich es den Briten nicht etwa gönne, sondern weil ich es mir nur schwer vorstellen kann, dass “Sigh No More” vor tausend Menschen funktioniert.
Zu nahbar sind Lieder wie “The Cave” oder “Roll Away Your Stone”, die sich zwar im Laufe ihrer knapp vier Minuten Spielzeit hineinsteigern und mit Bläsersätzen und Pathos ausklingen. Aber die Banjos, die Akustikgitarren, die Mumford & Sons spielen, die brauchen Widerhall. Den Widerhall festlich geschmückter Pubs und Clubs. Und eben nicht den der Chartsposition…
Das Album anhören könnt ihr euch ganz einfach HIER
Nun soll das Stöckchen natürlich auch weiter leben und so werfe ich es direkt zwei Leuten zu.
Zum einen finde ich das Kristin von Deja Entendu ruhig einmal “Jewellery” von “Micachu” (hier entlang) anhören und rezensieren könnte und zum anderen darf sich Bernd von mindgears.de das Album “Hopes and Fears” von “Keane” (hier entlang) anhören und bewerten. Wichtig dabei ist, das ihr einen Trackback hierher setzt.
Nachtrag:
Leider meldet sich Bernd gar nicht mehr und auch auf seinem bLog geschieht nichts, so das ich davon ausgehe, das da erst einmal nichts passiert. Kristin ist dabei und dabei bleibt es auch. Das Album für Bernd werfe ich nun weiter, damit es nicht “auf halber Strecke liegen bleibt”, an Herrn Lutz, der das Stöckchen sicher gern aufnimmt, da er ein ganz neuer Blogger ist.
Tags:Album-Kritik-Stöckchen, Mumford and Sons, Sigh no more
UND WAS NUN?