Gastbeitrag
Jahrhunderte der Musik
20. Dez
Liebe endgültige Leser, dies hier ist kein endgültiger, sondern ein Gastbeitrag von mir, Andreas (cimddwc) aufgrund Konnas Blogjulklapp-Auslosung, und angeregt durch Saschas Blogparade zum Album des Jahrzehnts, die noch bis heute Abend läuft, will ich einen Blick auf größere Zeiträume werfen.
In jener Blogparade geht es um die persönlichen Lieblingsalben. Wenn man sich hingegen nach den Verkaufscharts richtet, wären hier laut charts-surfer.de Nelly Furtado (Loose) vor Ich+Ich (Vom selben Stern), Amy Winehouse (Back To Black) und Herbert Grönemeyer (Mensch) an der Spitze. Diese vier Alben finden sich auch in den Top 10 der deutschen Gesamtcharts seit 1962 – doch der absolute Spitzenreiter ist der deutsche Musical-Soundtrack von My Fair Lady, da ist, *räusper* ich trau’s mich gar nicht zu sagen, Heintje auf Platz 2 schon deutlich abgeschlagen.
Nachdem sich alle von diesem Namen erholt haben: Gäbe es keine Tonaufzeichnungen, wäre die weite Verbreitung der Musik und natürlich auch solche Charts gar nicht so einfach.1 Doch wann und wie hat das überhaupt angefangen?
1857 hat der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville das Patent für seinen Phonautographen angemeldet – doch er dachte noch gar nicht daran, die wohlklingenden Klänge wieder abzuspielen, er wollte sie nur darstellen. Mit moderner Technik bekommt man da doch wieder etwas Hörbares raus, dem man u.a. in der englischen Wikipedia rauschen, pardon, lauschen kann – so gilt diese Aufnahme eines Kinderliedes von 1860 als erste aufgezeichnete Stimme eines Menschen. Nur mit der Qualität, tja, da hatte man noch so seine Probleme. Oder versteht jemand etwas in dieser Aufzeichnung?
Thomas Alva Edison hat’s dann 1877 mit seinem Phonograph besser gemacht, denn der konnte die auf Zinnfolie und später auf einen Wachszylinder aufgezeichneten Töne auch selber wieder abspielen. Als Diktiergerät war der Erfolg noch nicht so groß, aber das Unterhaltungsmedium war natürlich nicht weit entfernt. Die Massenfertigung einer Walze war etwas kompliziert, aber als der in die USA ausgewanderte Herr Berliner aus Hannover 1887 auf den Trichter kam, der Schalltrichter könnte von einer runden Scheibe gefüttert werden, die man recht einfach pressen konnte, war der nächste große Schritt gemacht – die Schallplatte war erfunden.
Jetzt musste man nur noch die anfangs recht schwache Qualität verbessern, und nach diversen unterschiedlichen Spielereien Anfangs des 20. Jahrhunderts hat sich schließlich die Schellackplatte als erster erfolgreicher Standard herauskristallisiert, und von dort aus war der Schritt zum Vinyl nicht mehr weit, das in seinem Siegeszug bekanntermaßen von dieser kleinen Silberscheibe namens CD abgelöst wurde – die älteren werden sich erinnern, das war das Medium, das man immer „gerippt“ hat, um seinen MP3-Player zu befüllen, bevor es iTunes gab.
Doch wie war’s davor?
Musik und gefeierte Stars gibt’s natürlich nicht erst seit 1877. Damals war’s natürlich schwieriger, wie die Fans zu den Stars und die Stars zu den Fans gelangen konnten, man kann sich ja nicht mal heutzutage einfach in den Konzertsaal beamen (und wenn, würde es wohl ziemlich eng werden), geschweige denn damals, und allzu viele Live-Streams gab’s auch noch nicht.
Das Selbernachspielen bietet meist nicht das große Klangerlebnis, selbst wenn man die passenden Notenblätter kaufen konnte – wofür es ab 1891 auch Charts gab. Mozart zum Beispiel, der genau 100 Jahre früher starb, brachte das nichts – er konnte sich „nur“ über jubelnde Zeitungskritiker und jubelndes Publikum freuen, das lautstark „Rock me Amadeus!“ skandierte (oder sowas in der Art).
Doch die Reisen dürften mitunter ziemlich strapaziös gewesen sein, auch wenn ich nicht genau weiß, wie bequem die Tourbusse damals waren. Aber für seine Fans bzw. seine Stars nimmt man auch gerne Strapazen in Kauf, Hauptsache man bekommt als Fan noch einen Platz im Konzertsaal oder beim Open Air. Wahrscheinlich waren es auch solche Platzprobleme, die Nero im Jahr 64 veranlassten, Rom abzufackeln und Platz für die Zuhörer seines göttlichen Gesangs zu schaffen; eine Methode, die zum Glück nur wenig Nachahmer fand, außer dem Depp mit der Leuchtpistole 1971 in Montreux2 zumindest.
Als Ausrede für Brände durch Weihnachtskerzen dürfte das auch nicht geeignet sein, also kommt mir besser nicht auf dumme Gedanken!
- Immerhin wäre uns dann auch dieses Weihnachts-Un-Lied von Wham erspart worden… [↩]
- siehe „Smoke On The Water“ [↩]
endgültig Comics lesen
23. Okt
Hallo, liebe Endgültig-Leser! Da Sascha bekanntlich in Urlaub ist, habe auch ich die Ehre hier einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. Ich heiße Sebastian und schreibe eigentlich bei Als Ich Ein Hamster War.
Einen Gastbeitrag schreiben, also. Sascha suchte nach Autoren, und ich so „Yeaahh! Ich bin dabei.“ Das fehlende Thema würde sich schon ergeben, war ja auch noch lang Zeit.
Ich habe, wie wohl die meisten hier, ’ne ganze Zeit lang hin und her überlegt, worüber ich denn schreiben soll. Einerseits sollte es thematisch schon im weitesten Sinne zu Endgültig passen (was nicht so schwer ist, das Themenspektrum hier ist ja recht breit), andererseits wollte ich auch gerne eine etwas eigene Note hier einbringen, vielleicht dann doch ein Thema anschneiden, was hier nicht ganz so präsent ist. Und dann wurden zwei meiner „Lieblingsthemen“ Musik und Filme, hier ja auch quasi schon abgedeckt. Also schreibe ich ganz einfach über mein anderes Lieblingsthema: Comics. Die passen um ein paar Ecken hier hin, gehören zur Popkultur, womit sich dieses Blog ja im weitesten Sinne auseinandersetzt und ich kann diesem Blog etwas eigenes hinzufügen.
In letzter Zeit boomen ja die Comicverfilmungen und spätestens seit The Dark Knight werden diese auch irgendwie ernst genommen und nicht nur als stumpfsinniges Actionspektakel abgetan (obwohl viele von ihnen das leider sind).
Die Vorlagen werden aber, so habe ich das Gefühl, noch immer oft genug belächelt. Zumindest werden Comics im Vergleich mit bspw. „richtiger“ Literatur als grundsätzlich minderwertig angesehen, weshalb auch irgendwer die beknackte Bezeichnung „Graphic Novel“ für anspruchsvollere Comics erfunden hat, damit auch ja keiner denkt, es handele sich bei diesen wenigen „Ausrutschern nach oben“ um eines dieser bunten Heftchen ohne jeden Tiefgang, obwohl es nur ein anderer Name für dieselbe Sache ist.
Dabei sind gerade Comics ein Medium, welches enormen Tiefgang herstellen kann, allein schon, weil die meisten von ihnen als längere Serie, oft genug auch ohne geplantes Ende, konzipiert sind und sie so einfach wesentlich mehr Zeit haben, ihre Charaktere einzuführen, ihnen Geschichten zu geben, sie zu entwickeln als das beispielsweise bei Filmen der Fall ist.
Hinzu kommt, dass Comics nicht selten sehr menschliche Probleme behandeln (siehe Spider Man) oder sogar sehr starke politische Aussagen haben. Die gesamte X-Men Reihe zum Beispiel ist letztlich ein Plädoyer für Toleranz, zeigt sie doch die Erlebnisse von Menschen, die anders sind als andere und deren Probleme, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Wie Kevin Smith es im SModcast einmal formuliert hat: „X-Men is essentially about being gay.“
Genug graue Theorie, denn was ich eigentlich möchte, ist ein paar meiner Lieblingsreihen hier vorstellen. Vielleicht kann ich ja den ein oder anderen dazu animieren, sich diese mal anzusehen. Fangen wir an mit:
The Walking Dead
Darüber habe ich „zu Hause“ schonmal geschrieben, erwähnt werden muss Robert Kirkmans Zombie-Serie hier aber trotzdem. In keiner anderen Serie werden die Charaktere so tiefgründig entwickelt, sind die Storys so spannend, die Wendungen so überraschend. Hier zeigt sich klar der Vorteil des Mediums Comic, da Kirkman eben nicht nur, wie das in den meisten Zombiefilmen der Fall ist, eine kurze Zeitspanne erzählt, sondern das Schicksal einiger Überlebender nach der Zombie-Apokalypse über einen sehr langen Zeitraum zeigt, sodass man beispielsweise erlebt, wie Kinder in dieser zerstörten Welt ohne Regeln und Gesetze aufwachsen und wie sich verschiedene Gruppen Überlebender für verschiedene, nun ja, Gesellschaftsformen entscheiden. Eine unbedingte Empfehlung, aber Vorsicht: Absolute Suchtgefahr!
Invincible
Nochmal Robert Kirkman, aber hier geht es um was ganz anderes: Invincible ist eine Parodie auf klassische Superheldencomics. Mark, der Held der Reihe, ist ein ganz normaler Teenager mit ganz normalen Problemen. Bis auf die Tatsache, dass sein Vater ein Superheld ist und auch er nach und nach beginnt, Superkräfte zu entwickeln. Besonders interessant an dieser Reihe finde ich Marks Mutter, die einzige in der Familie, die ohne Superkräfte lebt. Ihr völlig natürlicher Umgang mit den Kräften ihres Mannes und Sohnes und ihre abgeklärten Reaktionen auf selbige sorgen einige Lacher. Außerdem schafft Kirkman es auch hier, einige ziemlich überraschende Twists einzubringen. Das Beste an der Reihe ist aber, wie sie Superheldenklischees auf’s Korn nimmt. So wundert sich eine Freundin und Heldenkollegin Marks, wie ein Lehrer, der sich als Attentäter herausgestellt hat, sie trotz ihres Kostüms erkannt hat, woraufhin dieser antwortet: „Are you kidding me? You‘re not even wearing a mask!“
Scott Pilgrim
Bryan Lee O‘Malleys Scott Pilgrim Reihe ist ein Fest für Nerds wie mich: Titelheld Scott Pilgrim verliebt sich in die mysteriöse Ramona Flowers. Um mit ihr zusammenbleiben zu können, muss er allerdings ihre sieben bösen Exfreunde im Kampf besiegen. Doch, wirklich, das ist die Story. Das geniale an der Reihe sind die unzähligen Anspielungen, vor allem auf Videospiele. So findet Scott nach einem Kampf zum Beispiel ein Extraleben, speichert zwischendurch zur Sicherheit und ärgert sich, dass er in der fünften Klasse nicht die Skateboard-Skills gewählt hat. Wem das alles zu beknackt ist, der ist wahrscheinlich, nun ja, normal. Alle anderen werden großen Spaß an dieser wirklich enorm lustigen und unvergleichlichen Reihe haben.
Bone
Hierbei handelt es sich um eine abgeschlossene Fantasy-Reihe von Jeff Smith. Die drei Cousins Fone Bone, Phoney Bone und Smiley Bone werden wegen Phoney (der klar Dagobert Duck nachempfunden ist) Geldgier und seinen Betrügereien aus der Stadt gejagt und flüchten ein ein geheimnisvolles Tal, in dem sie zwischen die Fronten eines uralten Krieges geraten und es mit Drachen und rattenartigen Kreaturen zu tun bekommen. Man darf sich von den niedlichen Zeichnungen nicht beirren lassen: Smith entfaltet eine fantastische, epische Fantasystory mit jeder Menge komplexen Zusammenhängen und Wendungen, mit viel Action und Spannung, aber auch einer guten Portion Romantik. Er ist außerdem ein Meister lebensechter und witziger Dialoge, besonders der etwas simpel gestrickte, aber herzensgute und stets gut gelaunte Smiley sorgt für unzählige Lacher.
Zu guter Letzt noch: Maus
Hier wird es wesentlich ernster: Art Spiegelman erzählt in Maus die berührende Geschichte seines Vaters, eines Holocaustüberlebenden. Dabei stellt er die verschiedenen Gruppen als Tiere, zum Beispiel die Juden als Mäuse, die Nazis als Katzen dar. In einem zweiten Erzählstrang zeigt er außerdem sein eigenes Verhältnis zu seinem Vater und den Entstehungsprozess des Comics selbst. Was dabei herauskommt, ist eine enorm anrührende, weil sehr persönliche Sichtweise auf die Verbrechen des zweiten Weltkriegs und was der Krieg aus den Menschen macht.
Damit sind wir auch am Ende meines Beitrags. Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust bekommen, eine der genannten Reihen zu lesen. Und damit gebe ich die Bühne hier wieder frei für den bald zurückkehrenden Hausherren..
Endgültig ausgehampelt
22. Okt
Moin! Sascha bot an einen Gastbeitrag hier bei ihm auf dem Blog veröffentlichen zu dürfen. Klar, dachte ich. Diese Möglichkeit sich einer so großen Leserschaft mitteilen zu dürfen kann ich nicht an mir vorbeiziehen lassen. Und während sich Sascha gerade in Wien, auf Rügen oder irgendwo dazwischen entspannt, haue ich ordentlich in die Tasten. Normalerweise ließt man mich auf Blog ´n´ Roll, oder mit fachlichen Kommentaren auf dem BuLiBlogger. Und da wären wir schon fast beim Thema…
Lange saß ich vor dem Bildschirm und überlegte worüber ich eigentlich schreiben sollte. „Du warst doch gerade erst ein paar Tage in Straßburg“, kam es aus der einen Ecke. Ja schon, aber das ist doch so persönlicher Kram, den ich lieber bei mir verarbeiten werden (ha, wenn es denn mal dazu kommt). Irgendwas mit Musik? War schon dran. Was zu Filmen? Auch. Was bleibt da noch? Genau, Fußball. Und was vom Fußball? Das Wichtigste! Die Maskottchen. Folgend, liebe Leser, finden Sie eine übersicht der aktuellen Bundesliga-Maskottchen der Teams der Saison 2009/10. Die Reihenfolge orientiert sich an der Bundesligatabelle vom 9ten Spieltag.
Brian the Lion (Bayer Leverkusen)
Ein Löwe, der aussieht als hätte man ihn etwas zu lange im Wäschetrockner gelassen. Einfarbig gelb in ein rotes Trikot gezwängt. Aber es gibt Bezug zum Verein, denn Bayer hat zwei Löwen im Vereinswappen. Wertung: 2,5 von 5 Punkten.
Was Früher die Hummel war, ist nun ein fetter Dinosaurier in den Vereinsfarben blau/weiß/rot. Der Bezug zum Verein besteht darin, dass der HSV als Dino der Bundesliga gilt, da sie noch nie (bisher zumindest) abgestiegen sind. Wertung: 3 von 5 Punkten.
Ein Knappe für die Knappen. Nicht so ein Diener der den Rittern im Mittelalter das Schwert hinterher getragen hat, sondern einer aus dem Bergwerk. Und da sich die Schalker Mannschaft früher immer aus Spielern zusammensetzte die Vormittags im Schacht maloch haben, fide ich das eine gute Wahl, einen Typen mit zu tief ins Gesicht gezogener Mütze, in ein blaues Trikot zu stecken. Sehr traditionsbewusst. Wertung: 4 von 5 Punkten.
KEINES (Werder Bremen)
Früher gab es noch Werdi die Möwe, aber seitdem sich eine namensähnliche Gewerkschaft über imageschadende Darstellung beschwerte und vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klage einlegte, gibt es kein Maskottchen. Die Suche nach einem neuen Läuft. Seit mehreren Jahren bislang. Schwach, Werder. Wertung: 0 von 5 Punkten.
WOLFsburg. Die WÖLFE. VW WOLF. Ist doch klar, dass man da einen Wolf als Repräsentanten nimmt. Was denn sonst? Ein grünes Trikot über den grauen Pelz und schon steht das Ding. Logische Schlussfolgerung, aber wenig kreativ. Wertung: 2,5 von 5 Punkten.
Berni der Bär (Bayern München)
Erst knallen sie sie ab und dann zwingen sie sie in roten Trikots am Spielfeldrand rumzuhampeln. Ich werde sie wohl nie verstehen, diese Bayern. Ich finde ja, dass der Berni so einen leichten schwulen Touch hat, passt aber zur Mannschaft. Der alte Bayern-Bazi hatte da schon mehr drauf. Außer dem Roten Trikot gibt es auch keine Verbindung zum Verein. Wertung: 1,5 von 5 Punkten.
Hoffi der Elch (1899 Hoffenheim)
Wer in wenigen Jahren ein Bundesliga taugliches Team und ein Maskottchen aus dem Boden stampft, der hat schon Respekt verdient. Aber warum zur Hölle einen Elch?! Habe ich was verpasst, oder gibt es wirklich Elche in Sinsheim und Umgebung? Naja, immerhin das blaue Trikot. Und mal ehrlich, ein Elch ist schon ganz schön cool. Wertung: 3 von 5 Punkten.
Johannes der Narr (FSV Mainz 05)
Trifft den Nagel auf den Kopf. Die Mainzer als Hochburg der Fastnacht, hätten keine Bessere Wahl treffen können. Zwar besteht keine direkte Verbindung zwischen dem Narren und dem Verein (oder etwa doch ^^), aber eine enge zur Stadt. Wertung: 3,5 von 5 Punkten.
Attila der Adler (Eintracht Frankfurt)
Die Eintracht hat eines der wenigen lebendigen Maskottchen der Bundesliga. Warum man einen Adler gewählt hat, ist mir nicht bekannt, aber ich würde eine Verbindung zum Fliegen und damit zum Frankfurter Flughafen nicht ausschließen. Und auch hier wieder, der Adler ist ein sau cooles Vieh. Wertung: 3,5 von 5 Punkten.
Ich weiß ja das Bienen und der BVB die gleiche Farbe haben, aber musste man Emma wählen? Kartoffelkäfer sind auch gelb und schwarz. Einige Salamander auch. Aber nein, man entschied sich für eine Biene. Hätte man nicht so eine cool aggressive nehmen können? Egal, auch ohne Trikot erkennt man, zu welchem Verein sie gehört. Wertung: 2,5 von 5 Punkten.
Schlau wie die Füchse spielen die Freiburger ja schon, manchmal. Aber auch hier erkenne ich wiederum keine Verbindung zum Verein (bis auf das obligatorische Trikot). Dabei haben die Freiburger doch einen schönen Greifen in ihrem Wappen, aus dem man doch sicher etwas hätte machen können. Die Recherche ergab, dass s´ Füchsle eh noch kaum Verwendung findet. Wertung: 2 von 5 Punkten.
KEINES (Hannover 96)
Möööp. Wertung: 0 von 5 Punkten.
Fritzle das Krokodil (VFB Stuttgart)
Düstere Mangrovenwälder, uneinsehbare Tümpel, die Gefahren lauern überall. Willkommen in Stuttgart. Ist doch klar, dass man dann ein Krokodil (natürlich im passenden Trikot) als Maskottchen nimmt und dieses dann auch noch Fritzle nennt. Jedoch hat zumindest der Name Tradition. So wurde das Krokodil nach Fritz Walter benannt. Wertung: 3 von 5 Punkten.
Hennes VII der Geißbock (FC Köln)
Benannt nach Hennes Weisweiler (weil Hennes I dem richtigen Hennes aufs Hemd geschifft hat) ist der Geißbock wohl das bekannteste Maskottchen der momentanen Bundesligaclubs. Jedes Spiel betrachtet Hennes vom Spielfeldrand. Im Wappen verewigt, besteht eine Enge Bindung zwischen dem Verein und dem Tier. Kuriose Geschichte: angeblich soll einer der Vorgänger, Hennes III oder IV, von gemeinen Fans aus Düsseldorf vergiftet worden sein. Wertung: 5 von 5 Punkten.
Den Knappen hatten wir ja schon, jetzt kommt der Ritter. Und da dieser Ritter aus Franken kommt, heißt er auch gleich mal Frankie. Logisch. Die Wahl des Ritters hat wohl was mit der Geschichte und Burg in Nürnberg zu tun. Vereinsinformationen zu folge, wird aber wohl momentan nach einem neuen Maskottchen gesucht. Wertung: 3 von 5 Punkten.
Bobby Bolzer die Maus (VFL Bochum)
Nicht die schnellste Maus von Mexico, sondern die von Bochum aus dem Pott. Und das dann auch noch ganz in Blau. Die Vereinshomepage gibt Auskunft, dass Bobby extra für die Kids im Stadion erschaffen, ähhhmm, von seiner blauen Mausmama geboren wurde. Einen Bezug zum Verein sehe ich nicht. Wenn ich über ein Maskottchen für den VFL entscheiden dürfte, würde ich Conrad die Currywurst entwickeln. Wertung: 2 von 5 Punkten.
Zwar haben sie kein Tier im Wappen, aber trotzdem ist überall bekannt, dass im Borussia-Park die Fohlen spielen. Und somit ist auch klar, warum das Maskottchen ein Pferd im Trikot ist, das auf zwei Beinen rumläuft und nach dem Günther Netzer benannt wurden. Die Recherche hat ergeben, das Jünter sogar ein eigenes Magazin hat, das zweimal im Jahr erscheint. Respekt. Ich habe keins. Noch. Wertung: 3 von 5 Punkten.
Herthinho der Bär (Hertha Berlin)
Wieder Logik im Spiel. Das Berliner Wappentier ist ein Bär, also muss das Maskottchen des Hauptstadtclubs ein Bär mit blau weißem Bart sein. Der Name dürfte an einen ehemaligen Spieler gelehnt sein, den ich hier aus rechtlichen Gründen nicht nennen mag. Witzig finde ich einen Satz zu Herthinho auf der Homepage des Vereins: „… erfüllt seine Aufgabe als Glücksbringer von Hertha BSC stets mit Bravour.“ Tja, mach der wohl auch gerade Kurzarbeit. Wertung: 3,5 von 5 Punkten.
Ich bin überrascht. Bis auf zwei Teams haben alle ein Maskottchen. Mal mehr Mal weniger gelungen. Zwei der Maskottchen sind lebendig, was von mir Pluspunkte gab. Während des Schreibens dieses Artikels, habe ich darüber nachgedacht, welches Maskottchen wohl gewinnen würde, wenn man sie gegeneinander kämpfen lassen würde. Ich tippe auf Hermann den Dino. Alleine wegen seiner Masse und der Erfahrung.
Endgültig E-Lesen
21. Okt
Sascha müsste ja mittlerweile auf Rügen verweilen, da er ja in 3 Tagen schon wieder zurück erwartet wird. Für diejenigen die mich bereits erfolgreich verdrängt haben: Im Internet bin ich meist als LemonHead bzw. als Zitronenkopf unterwegs. Mein eigener Blog – der Zitronenkopf Blog ist aktuell etwas eingestaubt, da rein technisch einiges nicht funktioniert und einiges an Hintergrundarbeit auf mich wartet. Als Sascha mich gefragt hatte, ob ich nicht lust hätte einen Gastbeitrag in seiner Abwesenheit zu verfassen, musste ich nicht lange überlegen. Gastbeiträge sind eine interessante Möglichkeit, vom eigenen Alltagsgeschehen wegzukommen und sich mit ganz anderen Herangehensweisen auf gewisse Themen zu stürzen. Da mit „Musik“ und „Film“ die wohl wichtigsten Überschneidungen unserer Blogs schon angerissen wurden, kann ich mich ganz befreit einem gänzlich anderem Thema widmen: Dem Lesen! Oder auch: Wie die Industrie immer wieder versucht uns zu E-Books zu überreden.
Seit kurzem ist das wahrscheinlich teuerste Kind von Amazon – das Kindle (mal bayrisch ausgesprochen ?) – ja auch für deutsche Kunden verfügbar. Die Medien berichteten zum Teil immer wieder fleißig darüber als ob ein neues Iphone auf den Markt gespült worden wäre. Ich selbst habe weder ein E-Book gelesen, noch besitze ich konsequenterweise einen Reader für soetwas. Und auch wenn ich eigentlich nicht vorhabe, auf diesen Zug aufzuspringen, ist dies doch ein Thema mit dem sich ein neugieriger Zitronenkopf lange beschäftigen kann.
Bereits vor einigen Jahren versuchte die Industrie mit diversen portablen Geräten den Büchermarkt zu verdrängen. Jedoch ohne Erfolg.
Kritik
Was natürlich als erstes auffällt, ist der hohe Preis von ordentlichen 279 $. Aktuell umgerechnet sind das etwa 186,60 € (Quelle: Google Umrechner). Ein stolzer Preis für ein eigentlich leeres Buch, welches eigentlich noch mit Inhalt gefüllt werden muss. Auch andere Produkte der Konkurenz bewegen sich in einem nicht erfreulichen finanziellen Rahmen.
Beim erwerb eines E-Books ist aus Gründen des Kopierschutzes ein Buch an ein Gerät gebunden. Außerdem können bereits erworbene Titel nachträglich von Amazon gesperrt werden. Dies schreckt potentielle Nutzer natürlich ab, da ein erworbenes Buch weder einen Sammler- noch einen Wiederverkaufswert besitzt.
Die Preise für diese Kindle Bücher sind oft relativ nah am eigentlichen „normalen“ Buchpreis orientiert. In 4-5 Stichproben waren die Preise für die elektronischen Varianten der eigentlichen Bücher etwa 1-2 Dollar billiger.
Lob
Das technische Konzept scheint dem strategischen um einiges überlegen zu sein. So kommt das Kindle mit integriertem UMTS Modem, MP3 Abspielmöglichkeit (bei mangeldem Speicher) und einem Kopfhörerausgang daher. Außerdem gibt es eine Vorlesefunktion, die – sofern gut funktionierend – immerhin den Hörbüchern Konkurenz machen könnte. Diese Funktion ist aber bereits umstritten, da Kritiker behaupten, der Author würde so die Audiorechte an seinem Werk verlieren.
Warum der Markt nicht „in die Gänge“ kommt
In der Tat scheint es etwas verwunderlich, dass so etwas banales wie ein Buch nicht einfach mal schnell durch die vorherrschende Technik abgelöst wird. Die technischen Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und dennoch kauft ein Großteil der Kunden einfach die herkömmlichen Bücher. Wieso ?
Ich kann da nur für mich sprechen: Ein E-Book wirkt zunächst einmal unglaublich steril und unpersönlich. Als Kunde soll man unglaublich viel Geld in ein Gerät investieren, von dem man den Nutzen noch nicht so recht erkennt. Wenn ich ein Buch lese, will ich wissen „wie weit“ ich bin – eigentlich ein haptisches Gefühl beim Buch. Kann eine (falls vorhandene) Prozentanzeige das gleiche Gefühl erzeugen, wie ein Buch welches mit der Zeit links immer dicker und rechts immer dünner wird ? Warum stellen E-Reader den Anspruch an sich selbst, genau das gleiche Gefühl wie bei einem Buch erzeugen zu wollen ? Um diese Fragen zu beantworten, wage ich noch einen kleinen
Ausblick.
Sollte ich jemals auf E-Books umsteigen, erwarte ich einfach mehr als von einem Buch. Technik hat viele Dinge im laufe der Zeit einfach eingeholt, weil die Möglichkeiten sehr viel größer waren. Vielleicht sollte die Technik nicht versuchen, das Konsumgefühl eines Buches stupide zu kopieren, sondern ein ganz neues Lesegefühl zu propagieren. Denkbar wäre z.B. ein Mittelding aus Buch und Hörspiel. Der Lesende könnte durch passende seichte Beschallung von Ambientähnlicher Musik tiefer in die Geschichte hineingezogen werden. Soundeffekte an passenden stellen könnten für ein „Aha!“ Erlebnis sorgen. Ein „Buch zum Film“ könnte mit dem Originalsoundtrack arbeiten und und und.. warum wird da nicht der Hebel angesetzt ?
Interessant fände ich auch einen gewissen Realitätsschutz. Es gibt bereits intelligente Audiosoftware wie RjDj die es ermöglicht, Störgeräusche aus der Umgebung in ein passendes Klangthema zu integrieren. So würden sich Lesende z.B. viel weniger durch andere beim Lesen gestört fühlen.
Haptische Erfahrungen beim Lesen könnten durch Vibrationen unterstützt werden, Bilder könnten sich plötzlich bewegen oder Buchstaben könnten beginnen zu wackeln (Natürlich nur möglich wenn der Lesefluss nicht wesentlich gestört wird).
Das ganze Leseerlebnis sollte sich grundsätzlich vom bisherigen unterscheiden.
Also Liebe E-Book Industrie: Versucht nicht, die Bücher zu verdrängen oder zu kopieren. Schafft euch einen eigenen Markt! Wenn nicht, mache ich es. ^^
Und nun an alle endgültigen Leser: Nutzt ihr E-Books ? Was haltet ihr davon ? Käme die Anschaffung eines Readers für euch in naher Zukunft in Frage ? Ich erwarte gespannt eure Meinungen!
Endgültig gecovert
20. Okt
Sascha hockt immer noch im Urlaub und meiner ist demnächst vorbei, dennoch habe ich mich dazu bereit erklärt meine Zeit für ihn zu opfern und einen Gastbeitrag zu schreiben. Da ich thematisch genauso breit gefächert schreibe wie Sascha, sollte das aber wohl kein Problem für mich darstellen. Ich schreibe einfach über Musik, denn Musik mag doch jeder und Musik verbindet: „Wo man singt, da lass‘ Dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder“, heißt es doch so schön. Ach so, ich heiße übrigens Konna und schreibe normalerweise drüben auf der Gedankendeponie.
Coverversionen sind heutzutage aus dem Musikgeschäft kaum noch wegzudenken. Die Charts stecken voll davon und die meisten Coverversionen sind so überflüssig wie ein Wassereis, das zu lange in der Sonne gestanden hat. Doch gibt es manchmal auch richtig gute Coversongs, die dem Original entweder ebenbürtig sind oder es sogar übertreffen können. Für mich macht eine gute Coverversion aus, dass sie trotz der übernommenen Melodie und des abgekupferten Textes eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Das ist meiner bescheidenen Meinung nach bei den folgenden drei Songs, die ich euch nun vorstellen möchte, der Fall. Ich wünsche euch ein endgültig angenehmes Hörvergnügen und schon kann es losgehen:
Disturbed – Land of Confusion (Genesis Cover)
Die großen Genesis zu covern ist schon ein ziemliches Wagnis und wirklich gut gelingen kann das sicherlich nicht vielen Künstlern. Doch Disturbed sind ja nicht irgendwer, sondern eine feste Größe des Alternative Metal und haben sich inzwischen einen enormen Bekanntsheitgrad erarbeitet. Zurecht, wie ich meine. Das Cover zu ‚Land of Confusion‘ ist sowas von energiegeladen, da kommt das Original nicht einmal ansatzweise heran. Sehr interessant auch das in Zeichentrick gehaltene Video mit seiner ausgeprägten Symbolik. Ein überaus würdiges Cover.
Zeraphine – New Years Day (U2 Cover)
Auch hier werden sich viele denken: Wie kann man nur U2 covern? Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Gruppe um Bono nicht so wirklich leiden kann. New Years Day war übrigens deren erster internationaler Hit und schon damals hatte das diesen Weltverbesserungstouch (der Song beschäftigt sich mit der polnischen SolidarnośÄ-Bewegung). Ganz anders dieses Cover der Gothic Rock Kombination Zeraphine. Ihnen gelingt es, aus dem Song etwas ganz persönliches zu machen und die tiefe Stimme des Sängers Sven Friedrich geht einfach unter die Haut. Ein Song, den ich immer wieder gern höre.
Wizo – All that she wants (Ace of Base Cover)
Kommen wir als letztes zu Wizo, den Meistern des deutschen Politpunks. Die inzwischen leider aufgelöste, skandalträchtige Truppe (der Song „Kein Gerede“ wurde wegen Anstiftung zum Terrorismus verboten) hat sich aber nicht nur politischem Liedgut verschrieben, sondern zum Beispiel auch dieses Ace of Base Cover gemacht. Dieses recht frühe Werk war jedoch nicht von den Rechteinhabern autorisiert und da das selbstproduzierte Video sogar auf MTV lief, wurden WIZO verklagt und mussten ihre Rechte an der Single abtreten. Wenn man das Label „Punk“ irgendwem zuschreiben möchte, dann Wizo, würde ich meinen.
So, das wars auch schon von meiner Seite. Wenn ihr jetzt nicht endgültig die Nase voll habt, dann seid doch so nett und schreibt in die Kommentare auch einmal eure Lieblingscoversongs, damit der urlaubende Sascha sich gleich noch mehr anhören kann, wenn er völlig erholt wieder auftaucht.



Darf's noch was Senf sein?