Leute
Ode an Jürgen
02. Mrz
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Nein, ich bin kein unpolitischer Mensch, wie auch immer man das definieren möchte. Und da in dem Bundesland mit den meisten Einwohnern (NRW), in dem ich nun einmal lebe, im Mai die Landtagswahlen anstehen, möchte ich euch doch einmal verraten, was wir Gutes haben an unserem Ministerpräsidenten.
Dass die gesamte Medienwelt so auf Herrn Rüttgers herumhackt, kann doch nun wirklich kein Mensch mehr verstehen.
Aber einmal ganz von vorn…
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sicherlich erhalten sie eher Briefe mit Beschimpfungen und Vorwürfen. Anschuldigungen und Rücktrittsforderungen werden sicherlich auch auf ihrem Tisch landen. Da möchte ich mich nicht einreihen. Nein. Ganz im Gegenteil, möchte ich einmal öffentlich aussprechen dürfen, dass ich ihre unerträglichen Kritiker überhaupt nicht verstehen kann und auch nicht will.
Ich kann ich nur hinter all ihre Äußerungen stellen. Schließlich haben sie die politische „Leiter“ von ganz unten bestiegen. Bereits 1975 zogen sie doch in den Rat der Stadt Pulheim ein. Und als Herr Kohl sie dann 1994 anrief und fragte, ob sie nicht Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie werden wollen (und das nachdem sie erst 7 Jahre im Bundestag saßen)…ja, ich hätte auch nicht „Nein danke, Herr Bundeskanzler“ gesagt.
Der „Zukunftsminister“ waren sie dann; und schon damals hatten sie die gute Idee, die Studiengänge auf Bachelor & Master umzustellen. Damals wussten die einzelnen Bundesländer einfach noch nicht, was gut für sie und ihre Studenten und Universitäten ist, Herr Rüttgers.
Als sie dann Ministerpräsident werden wollten, 2000 war das doch, da hätten wir sie alle gewählt. Ehrlich. Was können sie denn dafür, dass die gesamte CDU plötzlich nur noch log, um sich die Hälse aus den Schlingen zu ziehen. Sie heißen ja schließlich nicht Roland Koch. Nordrhein-Westfalen ist schließlich nicht Hessen.
Na, leider mussten sie sich da geschlagen geben. Es ist nun einmal so, der Bürger (also ihr treuer Wähler) ist meist dumm und vermischt Bundes- mit Landespolitik. Das muss einfach der Grund sein, warum sie nicht Ministerpräsident wurden.
Die Kampagne „Kinder statt Inder“ kann ja nichts damit zu tun haben; dass die blöden roten und grünen und gelben und sonst wie Gefärbten darauf herum trampelten, das habe ich (so wie sie) auch nicht verstanden. Stimmt doch, was sie da sagten. Es ist ja nun wirklich nicht zu vertreten gewesen, dass wir dem armen Indien die ganzen Spezialisten klauen. Gut, und dass die Braunen das so sehen wie sie, na, dafür können sie ja nun nichts. Und dieser ganze Mist, der ihnen vorgeworfen wurde, sie seien nicht richtig vorgegangen, als sie zuständig waren für die Ausbildung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien: „Jo mei! (würde ihr Freund Herr Seehofer von der CSU da sagen) Das passiert schon mal“.
Fünf Jahre, lange Jahre mussten sie noch warten, bis sie endlich unser Präsident wurden. Tja, und da konnte nicht einmal der koksende Friedmann etwas dran ändern. Gott sei Dank kandidierten sie in einem ziemlich katholischen Bundesland. Wir sehen das nämlich auch so: Katholische Kirche rules!!!
Nun sind sie da; endlich angekommen, wo sie hingehören: an der Spitze! Weshalb sollten sie also nicht weiter machen? Warum nicht, frage ich da!
Nur weil die anderen neidisch auf sie sind? Die CDU-Kollegen darauf, dass sie so gute Parolen erfinden können? Wissen sie, auf den Müller hätte ich auch nicht gehört,, das Saarland gehört ja eigentlich eh Frankreich. Oder die werten Kollegen der „Großen Koalition“, als sie noch einmal verständlich dargelegt haben, warum wir einfach keine Ausländer hier in Deutschland gebrauchen können? Die türkische Regierung? Ha, sie dürfen doch wohl sagen, was sie meinen…vor allem wenn sie das meinen, was die meisten meinen. Oder die anderen da? Die Rumänen. Diese faulen Menschen. Und die Leute von der SPD, die sie -vollkommen zurecht- per Video haben ausspionieren lassen…die Medien verstehen einfach nicht, dass irgendwer es ja tun muss. Wer weiß was die sonst alles anrichten würden auf ihren Wahlkampfveranstaltungen. Ich verstehe das vollkommen, Herr Ministerpräsident. Gut, dass sie eventuell mit dem E.ON-Chef befreundet sind, das hätten sie aber auch besser nicht so publik gemacht…da kann die sehr sinnvolle Gesetzesänderung, die endlich den Klimaschutzparagrafen streicht und E.ON etwas hilft ganz tollen Strom zu liefern, schon einmal etwas falsch dargestellt werden.
Dass sie nun auch noch käuflich sein sollen…hmm, ein guter Rat von mir, Herr Rüttgers, verbuchen sie das einfach unter Idiotie. Der anderen selbstverständlich.
Warum denken denn alle, dass sie selbstverständlich darüber hätten informiert sein müssen, wo es doch erst seit ein paar Jahren Praxis ist. Sie sind doch sicherlich auch ohne Bezahlung gerne zu den Unterstützern ihrer Parteitage gegangen, um mal einen kleinen Plausch zu halten, oder?
So, das war es erst einmal, lieber Herr Ministerpräsident. Wollen wir hoffen, das ihnen Herr Koschnicke die Geier vom Leibe halten kann. Nur noch wenige Wochen durchhalten, Herr Rüttgers. Und nicht den Mut verlieren, denn wenn sie nicht die Wahl gewinnen, dann herrscht durch die Besetzung des Bundesrats endlich wieder Demokratie leider ein kleines Ungleichgewicht…
Mit allerfreundlichstem Gruß
endgueltig
Ich halte es da wie der Kölsche Prinz:

P.S. Dass sie besonders geschützt werden müssen ist doch logisch! Also ich verstehe es.
Herzlichen Glückwunsch
29. Nov
Da heute mein lieber Freund Schorsch Geburtstag hat, bekommt er hier ein eigens für ihn gesungenes heraus gesuchtes Video. Da bemüht sich sogar noch einmal das rote, fellige Monster…
Kleine Rehe
27. Nov
Nein, die Bambi-Verleihung habe ich mir natürlich nicht angeschaut…wer guckt denn sowas? Ist mir viel zu verstaubt und altbacken.
Aber ich irrte gewaltig, denn heute morgen bekam ich dann (zu spät) mit, dass diese Frau (wow) ja ein Reh in der Kategorie „Schauspielerin International“ bekommen hat und sogar da war. Hätte ich das mal eher gewusst…ich hätte mir doch Karten besorgt doch überall um Karten gebettelt…
Endgültig neue/alte Gesichter
28. Okt
1Gestern hat sich der Schorsch mal ausgelassen und kaum ein gutes Haar an den neuen Bundesministern gelassen.
Da kam mir spontan die Idee, auch einfach mal meine persönliche Meinung zu den Damen und Herren nieder zu schreiben, die seit heute der neuen Regierung angehören. Deutsche Blogs sollen ja zu unpolitisch sein; darum fordere ich euch natürlich auf, auch einmal einen perönlichen Blick auf die neue Riege zu werfen und bei euch zu veröffentlichen.
Angela Merkel (Bundeskanzlerin): Nun ja, damit war irgendwie zu rechnen, auch wenn ich bis 18.01 Uhr noch relativ große Hoffnungen hatte. Was man ihr lassen muss ist eindeutig ein gutes außenpolitisches Händchen. Frauen haben es manchmal eben doch einfacher.
Ronald Pofalla (Kanzleramtsminister): Ähm, ja. Ist ja einer der Vertrauten der Angela. Großen Eindruck hinterlässt einfach nur seine Stimme (gruselig!).
Guido Westerwelle (Vizekanzler/Außenminister): Ob der Job nun zu ihm passt oder nicht: seitdem ich auf seiner Wahlkampfveranstaltung war (natürlich nur aus Interesse) und er so abartig arrogant war, kann ich den nicht mehr leiden. Sein Mann wäre wohl ein besserer Minister.
Thomas de Maizière (Inneres): Von ihm hat man ja in seiner Zeit als Kanzleramtsminister auch nichts gehört. Vielleicht bleibt es ja dabei. Hier mal eine kleine Forderung, da mal eine kleine „Anpassung“ der Gesetze. Halten sie sich zurück, Herr de Maizière!
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Justiz): Auch diese Entschiedung war wohl abzusehen. Das die Justiz von der FDP besetzt wird war klar und andere Leute haben sie wohl noch nicht herangezogen. Ihr Rücktritt unter Kohl hat mir sehr gut gefallen; bei näherer Betrachtung der Einigungen mit Herrn Schäuble (im Koalitionsvertrag) kann ich allerdings ihre Euphorie mal gar nicht verstehen und prophetisch ahne ich, dass sie nicht vier Jahre lang Ministerin bleibt.
Wolfgang Schäuble (Finanzen): Gut, da hat Frau Merkel wohl recht, wenn sie sagt, er sei standhaft. Ihn mit einem Veto-Recht zu versehen, treibt in mir das komplette Frühstück wieder hoch. Bah!
Rainer Brüderle (Wirtschaft): Mit dem Eckart von Klaeden als Staatssekretär; na prima. Dann schnallen wir uns jetzt schonmal an und stellen das rauchen ein…
Franz Josef Jung (Arbeit und Soziales): HiHi, das ist die allerwitzigste Personalie, die es geben kann. Jahrelang als Untätiger im Verteidigungsministerium sitzend, lässt er sich 1. den Job wegschnappen und muss 2. mit dem Wissen leben, das er nur Minister geworden ist, weil er aus Hessen kommt (und der Verband dort so groß ist, das man sie mit einbinden muss). Ha Ha Ha. Viel Spaß, so will man doch keinen Job, Herr Minister.
Ilse Aigner (Landwirtschaft): So, damit wäre der bayerische Part dann auch vertreten. Ich kann gar nicht einschätzen, wie die Ilse so ist. Man bekommt ja nie was von ihr zu hören.
Karl-Theodor zu Guttenberg (Verteidigung): Na, das passt doch. Zunächst kennt er sich da aus und verliert hoffentlich bald diesen merkwürdigen „Sunnyboy-Status“. Und außerdem ist er doch reich (ich las von mehr als 200 Millionen Euro Privatvermögen in der Familie), da kann er doch einfach die unsinnigen Einsätze finanzieren und wir müssen den Mist nicht erledigen. Wieder ein paar Euro mehr in der Tasche, die nicht blöd in der Welt verpulvert werden: Kurbeln sie so die Wirtschaft an, Herr von und zu…
Ursula von der Leyen (Familie): „Na, nichts geworden mit dem tollen Job im Gesundheitsministerium, Frau von der Leyen?“
Philipp Rösler (Gesundheit): Das die schwarz-gelben in der Gesundheitspolitik nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, das war ja bereits klar. Das der arme Neuling nun dieses Päckchen tragen muss, tut mir irgendwie leid für ihn.
Peter Ramsauer (Verkehr): Oh, da hat die CSU aber die allertollsten Ministerposten abgegriffen. Respekt! Wahrscheinlich gibt es nun bald mehr „Bitte rechts abbiegen“-Schilder…
Norbert Röttgen (Umwelt): OK, das er damals den Job beim Bundesverband der deutschen Industrie nicht genommen hat, finde ich gut…(Und die „dicke Frau auf den Plakaten in Köln“ ist Staatssekretärin, na toll)
Annette Schavan (Bildung und Forschung): Bei Bildung kann die so oder so nichts alleine regeln; Forschung hat sie doch ganz gut gemacht in letzter Zeit…auch wenn sie nicht gerade den freundlichsten Eindruck macht.
Dirk Niebel (Entwicklung): Ha, den mussten sie also auch noch irgendwo unterbringen. Ich korrigiere mich und sage: dies ist die lächerlichste Entscheidung. Und noch etwas persönliches, Herr Niebel: färben sie sich doch die Haare bitte einfach rot, dann denken wir, sie sind noch die Heidemarie…so halten sie sich in dem Stuhl.
Nun, wie zu erwarten war, bin ich nun nicht gerade sehr zufrieden mit der Auswahl. Aber erst einmal abwarten und Tee trinken und machen lassen. Ich gehe derweil schon einmal 100.000 Euro sammeln, für die Schublade des Herrn Schäuble.
- Bild von Tobi_2008 [↩]
Endgültig Landausflug
22. Jun
Am Wochenende ging es zum „Landausflug“, wobei ich Land definieren sollte.
Land ist erst einmal alles außerhalb von Köln und dann auch alles was unter 500.000 Einwohner hat…zumindest in meiner Definition.
Einen kleinen Zwischenhalt in Bonn eingelegt ging es nach Koblenz (alles noch gut) und dann nach Lahnstein. Ja, das kennt man. Aber nur dem Namen nach. Mehr nicht. Eine Grill-/Geburtstags-/alle kommen- Party auf dem Dorf. Nein, nicht auf dem Dorf, außerhalb, weit weg vom nächsten Dorf. Schön am Rhein gelegen…
Und was sieht der gestresste Städter dort? Genau das was er dachte: nette, freundliche, trinkfeste „Ländler“. Freunde seit 30 Jahren und für die nächsten 30 Jahre; alle haben scheinbar den gleichen Friseur, der noch nicht mitbekommen hat, welche Strähnen schon seit den 90ern nun wirklich nicht mehr gut gehen; sie sind zusammen seitdem sie 16/18 sind, mit 25 wurden sie schwanger, heute haben sie ein Haus (gern neben dem der Eltern/Schwiegereltern und noch lieber finanziert von der Sparkasse) und zwei/drei Kinder; sie leben auf einem Dorf. Sie haben keine Dönerbuden, Discotheken, Büdchen, McDonalds, Museen, Kinos. Manche haben kein DSL o.ä. („Geh‘ mal aus dem Internet, ich muss kurz telefonieren“).
Aber das was sie auch nicht haben ist grenzenlose Arroganz, Oberflächlichkeit, diese eine Art von Stress, die man nur hier hat: „Stadtstress“…
Ach, ich hatte schöne Gespräche, nachdem ich eine halbe Stunde Eingewöhnungszeit brauchte. Es war gut. Ich will zurück; ich will auch wieder aufs Land…es ist so ruhig dort und so gut und so schön und so günstig…aber nur wenn ich den Lebens-Stil und die Kultur von hier mitnehmen darf…



Darf's noch was Senf sein?