Beiträge gettagt mit Redewendung
Redewendung des Tages #6
04. Mrz
Das ist die Gretchenfrage
Unter der „Gretchenfrage“ versteht man „die entscheidende Frage stellen, jedoch mit einer ausweichenden Antwort rechnen“.
Ihren Ursprung hat diese Redewendung in Goethes Faust, wo Gretchen Faust fragt: „Wie hast Du’s mit der Religion?“ – was Faust übrigens ziemlich ausweichend beantwortet, weil ihm Gretchens schlichte, naive Frömmigkeit nicht so recht zusagt…
Redewendung des Tages #5
23. Feb
„Sisyphusarbeit leisten“
Richtig(er) wäre allerdings Sisyphosarbeit leisten.
Im Sprachgebrauch hat sich das u gegen das o durchgesetzt, wohl weil es für die deutsche Zunge einfacher ist.
Sisyphos, der Gründer und erste König Korinths, galt als der verschlagenste und gewinnsüchtigste unter den Menschen, ein echtes Ekelpaket also.
Als Strafe für seine Schlechtigkeit musste er im Tartarus einen Felsen einen hohen Berg hinaufwälzen und damit es ihm nicht langweilig wurde rollte der Fels, kaum war er oben, wieder ins Tal und das Ganze begann von vorne.
Im Gedenken an dieses große Vorbild nennt man heute sinnlose, niemals enden wollende Arbeit „Sisyphosarbeit“.
Und weil es hier ja ab und an auch das Thema Musik eine Rolle spielt, seht ihr hier das großartige Video von den Liars. Eine wunderbare Interpretation der Sysyphos-Geschichte…
Redewendung des Tages #4
20. Feb
„Blau machen“
Wollten Färber Stoffe mit Indigo färben, mußten sie eine Farbstofflösung mit einem bestimmten pH-Wert anrühren. Dieser pH-Wert wurde durch Anreichern der Färbelauge mit Urin erreicht. Um die erforderlichen Mengen an Urin zu erhalten, mussten bzw. durften die Färber große Mengen Alkohol trinken. Mit der Konsequenz, dass an diesen Tagen sonst nicht mehr viel lief. Es wurde eben „blau gemacht“.
Redewendung des Tages #3
29. Jan
„Ein eingefleischter Junggeselle“
„Eingefleischt“ ist eine Lehnübersetzung von Lateinisch „incarnatus“.
Es bedeutet „zu Fleisch geworden“. Ursprünglich wurde es nur für Christus, den Fleisch gewordenen Sohn Gottes benutzt, mittlerweile verwendet man es nur noch zur Beschreibung eines „unverbesserlich unverheirateten Mannes“.
Redewendung des Tages #2
23. Jan
„Treulose Tomate“
Der Vergleich eines unzuverlässigen Zeitgenossen mit dem beliebten Gemüse stammt aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Es war ein Schimpfwort der Deutschen für die als unzuverlässig und treuebrüchig geltenden Italiener.
Da in Italien große Mengen Tomaten angebaut und verzehrt wurden, identifizierte man die Italiener bald mit dem Gemüse.
Ein anderer kulinarischer Schmähausdruck für die Südeuropäer war „Treubruchnudeln“.
Die Italiener hatten im Ersten Weltkrieg gegen Österreich gekämpft, um einige Grenzgebiete einzugemeinden.
Den 1886 geschlossenen Dreibund zwischen Deutschland, Österreich/Ungarn und Italien ignorierten sie dabei ganz einfach.



Darf's noch was Senf sein?